Brauchen wir im Saarland ein Zertifikat „Angewandte Pop-Studien“?

Diese Frage stellten sich vielleicht einige, die die gestrige Pressekonferenz im Baker Street – Criminal Tearoom & Pub besucht haben. Ab dem Wintersemester 2017/18 führt die Universität des Saarlandes nämlich in Kooperation mit dem PopRat Saarland e.V. ein interdisziplinäres Zertifikat „Angewandte Pop-Studien“ im Bachelor Optionalbereich an der Universität des Saarlandes ein. Der Zertifikatslehrgang besteht aus drei Modulen, wobei das erste Modul „Interdisziplinäre Einführung in die Popkultur“ vor allem die Geschichte und Theorie der Popkultur vermitteln wird. Hier geht es um die Klassiker der Popkultur und des Popgenres, um die Entstehung und Entwicklung von Popkultur in einem gesamtgesellschaftlichen Kontext. Im zweiten und dritten Modul geht es dann schon mehr in die Praxis. Das zweite Modul dreht sich um den „Pop in der Praxis“ in Kooperation mit dem PopRat Saarland. Das Modul besteht aus einem Pop-Projekt zu aktuellen Themen in der Popkultur, es werden Themen eigenständig erarbeitet und am Ende wird ein Abschlussbericht zum Pop-Projekt präsentiert. Das alles in Zusammenarbeit mit Mitgliedern des PopRats Saarland. In Modul drei geht es um „Wirtschaftliche Grundlagen der Pop- und Kreativ-Wirtschaft“. Hier werden Grundlagen zur Selbstständigkeit im Pop-Bereich vermittelt, Inhalte werden durch den Gründer-Campus der Universität des Saarlandes getragen und von Experten aus der Praxis begleitet.

Ein Zertifikatslehrgang also, bei dem an Wissen alles vermittelt werden soll, was man zur Popkultur wissen muss und bei dem man gleich lernt, wie man die Theorie in die Praxis umsetzt und was man später damit anfangen kann bzw. welche Schritte man erledigen muss, wenn man sich in dem Bereich selbstständig machen will.

Manche fragen sich vielleicht: Wieso das alles?

Das Saarland will „Popland“ werden und hierbei gilt es, vor allem junge Menschen für die Popkultur und einen entsprechenden Beruf in dem Bereich zu begeistern. Hier gibt es schon seit längerem Projekte und Veranstaltungen zu den Themen „Musicals“, „Fantastik“ und auch Urban Art / Street Art – alles sehr gut besuchte Ausstellungen und Events und im Oktober geht das neue zehntägige Kulturfestival „Colors of Pop“ mit mehr als 100 Veranstaltungen an den Start (ich habe Euch ja schon vom PopCamp Saarland erzählt). Ich bin mir auch sicher, dass noch viele weitere Projekte folgen werden.

Aber reicht das, um den Stempel „Popland“ aufgedrückt zu bekommen? Brauchen wir so etwas überhaupt?

Ja und ja! Unbedingt! Nicht nur weil die Bevölkerung hier immer älter wird und der Nachwuchs schwer zu halten ist, sondern auch weil es cool ist, in einem Bundesland zu wohnen, das in Sachen Kultur einiges zu bieten hat. Und wir können das alles erreichen – wenn wir uns zusammentun, netzwerken, austauschen und was auf die Beine stellen.

Dabei hilft zum Beispiel auch der PopRat Saarland, dessen Ziel es zum Beispiel ist, die Popkultur und ihre nachhaltige Entwicklung in allen gesellschaftlichen Bereichen zu fördern und die Popkultur-Akteure des Saarlandes und der Großregion und deren Aktivitäten untereinander zu vernetzen.

Ich bin jedenfalls gespannt, wie das interdisziplinäre Zertifikat „Angewandte Pop-Studien“ ankommt und drücke natürlich die Daumen 🙂

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