Der Botanische Garten leidet unter den Sparmaßnahmen des Saarlandes

Dem Botanischen Garten an der Uni geht es schlecht – zuerst fiel die Uni der Kürzungspolitik zum Opfer und jetzt erwischt es den Botanischen Garten. Schuld sind die Sparmaßnahmen der saarländischen Landesregierung – es fehlt hinten und vorne an Geld. Zukünftig – ab 2016 – muss der Garten dann mit nur noch drei Gärtnern auskommen – was absolut nicht ausreicht, um den Garten so zu erhalten, wie es wünschenswert wäre. Die Folgen wären: Einschränkung der Öffnungszeiten, weniger Pflanzen, bis hin zu einer eventuellen Schließung. Und das wäre wirklich fatal, denn der Garten ist meiner Meinung nach eins der „Aushängeschilder“ des Saarlandes. Auf der Website der Stadt Saarbrücken schwärmt die Stadt vom Botanischen Garten als Lehrstätte für Schüler, Jugendliche und natürlich auch Studenten:

Der 2,5 Hektar große wissenschaftliche Lehr-, Schau- und Erlebnisgarten zeigt auf seiner parkähnlichen Freilandfläche Sträucher und Bäume aus aller Welt.

In der Gewächshausanlage finden sich tropische und subtropische Pflanzen, insbesondere Nahrungs-, Arznei-, Gewürz-, Genuss- und Zierpflanzen. Insgesamt werden über 2.000 Arten kultiviert.

Denn hier kann man nicht nur prima seine freie Zeit verbringen und entspannen – hier wird auch geforscht. Es werden Pflanzen bestimmt, die verschiedenen Arten studiert, es wird Material für die Forschung gesammelt und sogar einige Bienenvölker stehen im Garten (ja ich habe in der Neurobiologie promoviert und arbeitete mit genau diesen Bienen, die im Botanischen Garten rumschwirren). Das Buch, was Ihr im Artikelbild seht, war eins meiner Bücher, mit denen ich mein Grundstudium Biologie hinter mich gebracht habe. Es wurden Pflanzen bestimmt, die im Botanischen Garten wachsen – darüber wurde auch am Ende die Klausur in Pflanzenphysiologie geschrieben. Es wäre schade, wenn die Studenten das irgendwann nur noch aus Büchern kennen – keine Biologie mehr zum Anfassen. Ich kann mich auch daran erinnern, dass  die Lebensbedingungen der Honigbienen im Saarland entscheidend verbessert werden sollten, um die Bienenverluste zu bekämpfen. Und dann will man beim Garten immer mehr Geld einsparen? Das passt für mich nicht zusammen.

Glaubt man Zeitungsberichten, so wurde der Botanische Garten in seinem Pflanzenbestand schon verkleinert, es darf nicht dazu kommen, dass es ihn demnächst gar nicht mehr gibt. An der Bildung darf nicht gespart werden – ich war früher schon als Kind mit meinen Eltern am Wochenende erst im Wildpark und dann noch auf einen Abstecher im Botanischen Garten. Besonders gut gefielen mir immer die „lebenden Steine„, die mich immer an „pflanzliche Pobacken“ erinnert haben 😉 Spaß hatte ich reichlich und ich war immer wieder gerne dort. Erwähnenswert sind auch die spannenden Führungen von Herrn Stein, dem Leiter des Gartens.

Dies ist natürlich nur meine ganz persönliche Meinung als ehemalige Biologiestudentin. Es gibt Dinge, bei denen kann ich meinen Mund einfach nicht mehr halten und die Situation des Botanischen Gartens gehört dazu. Ich hoffe, dass sich die Landesregierung noch umstimmen lässt.

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